16 häufigsten Fragen/Antworten zur Zahnprophylaxe & häuslichen Mundhygiene

Wer nichts weiss, muss alles glauben

Professionelle Zahnreinigung: Warum - Wann - Wie oft

  • Gesunde Zähne leisten einen wichtigen Beitrag zur Allgemeingesundheit. Zahnfleischentzündungen können das Risiko unter anderem für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Hirnschlag, Herzklappenentzündungen, Endokarditis, Lungenerkrankungen (Bronchitis), Rheuma (Polyarthritis) oder Typ-2-Diabetes erhöhen.
  • Zur Vermeidung von Karies und Zahnfleischerkrankungen
  • Um die optimale Zahnputztechnik zu erlernen
  • Zur Korrektur falscher Putzgewohnheiten

Grundsätzlich sollte jeder 2-4 Mal jährlich die unterstützende Parodontaltherapie nutzen. Dies trifft auch auf Personen mit augenscheinlich gesunden Zähnen (z.B. keine Beschwerden, keine Füllungen) zu. Die unterstützende Parodontaltherapie ist vor allem auch eine vorbeugende Maßnahme, um einen möglichen Zahnfleischschwund oder Knochenabbau zu verhindern. Denn der Knochenabbau verläuft in der Regel nicht linear sondern in Schüben, daher sind diese zu verhindern.

Professionelle Zahnreinigung sollte vor allem bei folgenden Anzeichen bzw. Umständen genutzt werden:

  • Bei Zahnfleischbluten und Mundgeruch, da dies Anzeichen einer Zahnfleischentzündung sind
  • Sobald ein Rückgang des Zahnfleisches (Parodontitis) zu erkennen ist
  • Während kieferorthopädischen Therapien (egal, ob festsitzend oder herausnehmbare Zahnspangen)
  • Bei chronischen Allgemeinerkrankungen wie z.B. Bronchitis, Rheuma, Polyarthritis, Typ-2-Diabetes

Für weitere Information siehe Prophylaxe Erwachsene

Empfehlenswert ist es, eine professionelle Zahnreinigung mindestens 2-4 Mal im Jahr als Vorbeugemaßnahme durchführen zu lassen. Bei einigen Erkrankungen, wie beispielsweise der Parodontitis (Zahnbettentzündung) oder der Gingivitis (Zahnfleischentzündung) ist es sinnvoll, die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen professionellen Zahnreinigungen zu verringern.

Auch ungünstige Mundhygienebedingungen und starke Neigung zu harten, mineralisierten Ablagerungen oder unschönen Verfärbungen machen häufigere Zeitintervalle sinnvoll, oder sogar notwendig. Einige Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, regelmäßige Medikamenteneinnahme oder Lebenssituationen mit viel negativem Stress können die Mundgesundheit beeinträchtigen und damit häufigere professionelle Zahnreinigungen erforderlich machen. Die unterstützende Parodontaltherapie stellt eine nützliche Ergänzung zu den Prophylaxe- und Behandlungsmaßnahmen dar.

Grundsätzlich sollte im Rahmen eines therapieorientierten Zahnprophylaxeprogramms ein individueller Plan zur weiteren Gesunderhaltung der Zähne erstellt werden. Hierbei sind wichtige Einflussfaktoren wie das individuelle Kariesrisiko bzw. das Risiko für Parodontitis, die individuelle Zahnstellung, der Status der häuslichen Mundhygiene, das Vorhandensein von Zahnersatz wie Brücken, Kronen und Implantaten, das Ernährungsverhalten, die genetische Disposition aber auch mögliche Stressphasen zu berücksichtigen. Abhängig von zahnärztlichen Therapien werden die Intervalle zwischen eineinhalb und vier Monaten liegen.

Viele Patienten erkennen, dass sie mit der professionellen Zahnreinigung ihre Zähne und ihr Zahnfleisch effektiv schützen und dass sie damit möglichen anderen Gesundheitsschäden vorbeugen können. Für sie ist die professionelle Zahnreinigung ein Teil der persönlichen Gesundheitsvorsorge und eine gezielte Investition in das eigene Wohlgefühl. Lassen Sie ihre Zähne deshalb 2-4 Mal pro Jahr fachmännisch reinigen.

Nach der professionellen Zahnreinigung genießen Sie ein wohltuendes Frischegefühl im Mund und die Gewissheit das Richtige für Ihre Mund- und Allgemeingesundheit getan zu haben. Ihre Zähne erstrahlen in neuem Glanz und fühlen sich bei jedem Drüberstreifen mit der Zunge glatt an.

Eines steht fest, Tabakkonsum schadet sowohl dem Mund als auch den Zähnen. Raucher erkranken 3,5x sooft an Krebs in der Mundhöhle und sind 9x häufiger von Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen betroffen als Nichtraucher. Zusätzlich schädigen Raucher ihre Mundschleimhaut. Auch kommt es zu einer Beeinträchtigung des Geschmacksinns. Dabei handelt es sich nur um die wichtigsten negativen Auswirkungen mit Bezug auf die Zahnheilkunde.

In jedem Fall lohnt es sich mit dem Rauchen aufzuhören, denn die Mundgesundheit verbessert sich schnell und erkrankte Bereiche können besser genesen.

Professionellen Mundhygiene: Kosten & Dauer

Wie viel eine professionelle Mundhygiene kostet, hängt insbesondere vom jeweiligen Aufwand ab. Der Aufwand wird beeinflusst von den Behandlungsschritten (Leistungsumfang), dem Zustand der Zähne, des Zahnfleisches, Tragen einer Zahnspange, dem Vorhandensein von Zahnersatz wie Brücken, Kronen und Implantaten etc. und variieren demnach von Patient zu Patient. Im Allgemeinen dauert eine professionelle Zahnreinigung mindestens 45 Minuten. Die durchschnittliche Dauer einer professionellen Mundhygiene liegt bei 60 Minuten. Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung betragen in den meisten Zahnarztpraxen zwischen 100 und 150 Euro in Österreich. Die Preise werden auch von der Erfahrung und der Kompetenz der Prophylaxeexpertin beeinflusst, was wieder von der Ausrichtung der Zahnarztpraxis abhängig ist. Grundsätzlich ist die Regel, je enger die Abstände zwischen den einzelnen Behandlungen sind, desto kürzer fällt meist die Behandlungsdauer aus und damit verringern sich die Kosten ebenfalls. In jedem Fall können Sie sich einen Kostenvoranschlag geben lassen und so schon vorab erfahren, welche Kosten auf sie zukommen könnten.

Private Versicherer erstatten in der Regel zumindest einen Teil der Kosten (Stichwort Kostenrückerstattung, Behandlungsbeitrag). Oft ist hier eine Zahnzusatzversicherung notwendig. Viele gesetzliche und private Krankenversicherer haben Bonusprogramme, mit denen Sie die regelmäßige Teilnahme ihrer Versicherten an Prophylaxe-Maßnahmen fördern und belohnen. Meist kommt die Pflichtversicherung (z.B. Gebietskrankenkasse) in Österreich für diese Leistung nicht auf. Erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Versicherung, inwiefern Sie anspruchsberechtigt sind und welcher Kostenzuschuss für diese Leistung gewährt wird!

Die Behandlungsdauer lässt sich nicht pauschal festlegen. Sie richtet sich nach der persönlichen Zahngesundheit, der Ausprägung von Zahnbelägen, nach dem Umfang der Maßnahmen und auch nach den Leistungen, die in dem Prophlyaxeprogramm enthalten sind. In der Regel dauert eine professionelle Zahnreinigung zwischen 45 Minuten und 60 Minuten. Die Dauer hängt vor allem vom jeweiligen Aufwand ab. Je regelmäßiger und je kürzer die Zeitabstände zwischen den einzelnen Behandlungen sind, desto eher wird die Dauer einer professionellen Zahnreinigung bei 45 Minuten liegen. Aber eines ist klar: Bei einem vollbezahnten Gebiss kann eine professionelle Zahnreinigung niemals nur 15 Minuten dauern!

Ja. „Vorbeugen statt später teuer sanieren“ trifft insbesondere auf das Gebiss zu. Reparaturen im Zahnbereich bzw. Zahnsanierungen können sehr kostenintensiv sein. Die Kosten sind meistens von einem selbst zu tragen, da die Krankenkassen Keramik-Inlays, Zahnimplantate, Brücken oder Kronen nur im überschaubaren Ausmass kostenmäßig übernehmen. Wie auch in anderen Bereichen ist die Sanierung meist teurer als die regelmäßige Pflege und Vorsorge.

Mundhygienesitzung: Qualitätsmerkmale & Risiken

  • Die Prophylaxe-Assistentin zeigt dem Patienten vor dem Spiegel, wie die Zähne richtig zu reinigen sind.
  • Der Zahnstein ist vollständig entfernt, und die Zähne wurden poliert und fluoridiert.
  • Die Behandlung bereitet wenig Schmerzen bzw. etwaige Schmerzen vergehen rasch. Je besser das zahnmedizinische Fachpersonal geschult ist, desto behutsamer und geschickter erfolgt die Behandlung.
  • Die Zahnoberflächen werden durch sachgemäße, sehr sanfter Behandlung nicht beschädigt.
  • Das Zahnfleisch blutet (ist häufig).
  • Die Zähne schmerzen ein, zwei Tage (manchmal).
  • Die Zähne und das Zahnfleisch können durch den ungewohnten Reinigungsprozess empfindlich und gereizt sein. Dies vergeht jedoch sehr schnell.
  • Defekte Füllungen, Inlays, Kronen können ausfallen.
  • Zerkratzen von Implantaten bei unsachgemäßer Verwendung von Instrumenten.
  • Freisetzen von Bakterien - bei gesunden Menschen ist dies in der Regel unproblematisch. Bei Risikopatienten wie Menschen mit einem Herzpass werden besondere Massnahmen ergriffen.
  • Sollte ein Pulverstrahlgerät oder auch Air-Flow-System genannt zur Abtragung von Belägen eingesetzt werden, müssen Augen und Lippen des Patienten geschützt werden.

Häusliche Zahnpflege

Es kommt weniger auf die Art der Zahnbürste die Sie verwenden an, vielmehr ist die Art und Weise wie Sie die jeweilige Zahnbürste verwenden das Wichtigste. Ein geschulter und aufmerksamer Benutzer einer Handzahnbürste erhält bei weitem bessere Resultate als einer, der untrainiert und ungeschult eine elektrische Zahnbürste benützt. Bislang gibt es keine eindeutigen Studienergebnisse, die zeigen, dass eine Bürste besser als die andere ist, wenn Sie im Umgang damit geschult sind. Gleichzeitig zeigen Studien, dass manche elektrischen Bürsten effizienter in Plaque-Entfernung sind. Dadurch kann die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste schneller und mit weniger Aufwand zu gleich gutem Ergebnis führen. Fragen Sie Ihre Prophylaxe-Assistentin, was das Beste für Ihren Mund ist.

Für weitere Information siehe Zahnbürste

Die Handhabung von Zahnseide ist für manche nicht einfach. Einige Leute kämpfen anscheinend wirklich so sehr mit der Zahnseide und sind so genervt, dass sie die Zahnseide daher einfach nicht benutzen wollen. Eine Alternative sind Interdentalbürsten. Mit diesen speziell entwickelten Bürsten steht eine sehr wirksame Reinigungshilfe für die Zahnzwischenräume zur Verfügung. Jedes Instrument für die Zahnzwischenräume muss den Anforderungen Ihren individuellen Mundgegebenheiten und auch Ihren Fingerfertigkeiten entsprechen. Grundsätzlich sollten Sie vor allem jene Methode wählen, die Sie am wahrscheinlichsten verwenden werden. Ihre Prophylaxe-Assistentin überprüft gerne die Abstimmung der Instrumente mit Ihren Erfordernissen und unterstützt Sie bei Auswahl und Demonstration von Alternativen.

Für weitere Information siehe Zahnseide

Die beste allgemeine Richtlinie ist die Benutzung einer Zahnpasta, die Fluorid und ein Antizahnsteinmittel enthält. Zahnpasten unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit zur Plaqueentfernung und Reduktion von Zahnverfärbungen vor allem auch im Geschmack. Im Laufe der Zeit erhöhen Fluoridzahnpasten die Beständigkeit gegen Karies und reduzieren Zahnempfindlichkeit. Denken Sie daran, nach dem Zähneputzen nicht mit Wasser zu spülen, weil damit waschen Sie auch das Fluorid hinaus. Spucken Sie einfach nur die Reste der Zahnpasta nach dem Zähneputzen aus.

Die Empfindlichkeit ist in der Regel, jedoch nicht immer, auf die Exposition der Wurzeloberfläche hervorgerufen durch Zahnfleischschwund, zurückzuführen. Die gesteigerte Empfindlichkeit kann von einer kleinen Empfindlichkeit bis starken Schmerzen durch Berührung, das Essen von Süßigkeiten oder extremen Temperaturen reichen. Fluorid-Zahnpasta, Spülungen, oder spezielle (professionell angewendet) Lacke können hierbei helfen. Bei anhaltender, gesteigerter Empfindlichkeit der Zähne sollten Sie unbedingt Ihren Zahnarzt aufsuchen.

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